Im Roman „Das fliegende Klassenzimmer“ von Erich Kästner reist eine Schulklasse am Ende zu jenen Orten, die sie zuvor in einem Theaterstück spielerisch besucht hatte. Zu unrealistisch? Vielleicht für die Literatur – doch im Jahr 2026 wurde diese Idee von der Realität sogar noch übertroffen: Eine Cheerleading-Gruppe der GGS Neunkirchen flog zur Weltmeisterschaft nach Orlando (USA) und kehrte als Vize-Weltmeister zurück.
Vom Traum zum konkreten Ziel
Alles begann mit dem Sieg bei den Deutschen Cheerleading-Meisterschaften. Mit diesem Erfolg qualifizierten sich die Mädchen der „Flying Bulls“ für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in den USA. Als die ersten Spendenaufrufe und die vagen Planungen starteten, hielten viele das Vorhaben für unmöglich: Zu teuer, zu aufwendig, zu viele bürokratische Hürden bei der Ein- und Ausreise.
Doch Monat für Monat wurde der Traum greifbarer. Sponsoren wurden gefunden, aus Grobplanungen wurden Detailkonzepte. Engagierte Eltern erklärten sich bereit, die Gruppe zu begleiten, und sogar ehemalige Lehrkräfte schlossen sich dem Team privat und auf eigene Kosten an, um die logistische Mammutaufgabe zu unterstützen.
Organisatorische Mammutaufgabe
Für Außenstehende ist kaum zu erahnen, welcher Aufwand nötig ist, um eine solche Reise neben dem Lehrberuf auf die Beine zu stellen: Sponsorengespräche führen, Flüge und Unterkünfte buchen, die Verpflegung sichern, Transporte zu den Wettkampfstätten organisieren, ein Rahmenprogramm erstellen und Visa beantragen. Den Lehrerinnen Kim Immesberger, Sabrina Forsch und Nadia Schickhaus gebührt allergrößter Respekt für diese gewaltige Leistung. Großes mag im Kleinen entstehen, doch die Realisierung verlangte allen Beteiligten enorme Kraft und Zeit ab.
Vom Pausenprojekt auf die Weltbühne
Die Wurzeln dieses Erfolgs liegen in einem einfachen Schulprojekt aus dem Jahr 2022. Was in einer Schulpause begann, entwickelte sich schnell zu einer festen Trainingsgruppe. Schülerinnen im Alter von 10 bis 17 Jahren trainierten fortan zweimal pro Woche in ihrer Mittagsfreizeit. Nach regelmäßigen Auftritten bei Schulveranstaltungen folgte der sportliche Durchbruch: Bei der „School Stage“ des CCVD erreichten die Cheerleaderinnen 2024 und 2025 den Gold-Status – die Eintrittskarte für Orlando.
Feierlicher Empfang durch die Bildungsministerin
Nach ihrer Rückkehr in die Haspelstraße wurde das Team im Rahmen einer Feierstunde geehrt. Auch Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot ließ es sich nicht nehmen, den Vizeweltmeisterinnen der ICU World School Cheerleading Championship (Kategorie Trad. Rec. 11-18 years) persönlich zu gratulieren:
„Der Erfolg der Flying Bulls ist wirklich etwas ganz Besonderes. Hinter diesem Vizeweltmeistertitel stehen unzählige Trainingsstunden, viel Disziplin, großer Ehrgeiz und vor allem ein unglaublicher Teamgeist. Ihr habt gezeigt, dass aus einem Schulprojekt etwas ganz Großes entstehen kann, wenn man an sich glaubt. Ganz das Saarland ist stolz auf euch.“
Dieser Erfolg wird den 25 jungen Sportlerinnen sicher ein Leben lang in Erinnerung bleiben. Die gesamte Schulgemeinschaft gratuliert allen Schülerinnen, Lehrkräften, Eltern und Begleitpersonen herzlich zu dieser historischen Leistung!










